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N E X I A L

 

 

 

Es ist schon merkwürdig: Der Blick in den Duden oder in ein Lexikon fördert auch anlässlich der Millenniumsfeiern Wörter wie nexial, Nexialistik oder Nexialismus nicht ans Tageslicht, und das, obwohl ich bereits in den 60ziger Jahren des 20. Jahrhunderts  mein persönliches "nexiales Erlebnis" hatte. Ich geriet damals in den Sog der Sience Fiktion Romane und konsumierte nach Micky Maus, Prinz Eisenherz und Tarzan diese Art von Groschenlektüre. Dabei kam ich auch durch Tausch mit einem Freund in den Besitz eines recht unscheinbaren Taschenbuchromans des SF-Schriftstellers A. E. van Vogt: "Die Weltraumexpedition der Space Beagle" (1950 AWA). Oberflächlich betrachtet unterscheidet sich dieser SF-Roman von anderen Büchern dieses Genres nicht. Da trifft man bei der Aufgabe den Weltraum zu erforschen auf die unterschiedlichsten Lebewesen. Vom Id fressenden Monster bis zum lebenden tödlichen Weltraumstaub - fast alles schon mal da gewesen und in einschlägiger Manier eben typisch phantastisch. Nichts Neues in der Milchstraße, wäre da nicht zwischen all der SF-Action dieser seltsame Wissenschaftler neuen Typs an Bord der Space Beagle gewesen - ein Nexialist ! Seine Rolle auf dem Raumschiff war zunächst zweitrangig. Alle wichtigen Wissenschaftsabteilungen wie die Biologie, Chemie, Physik, Soziologie, Astronomie, Anthropologen oder die Technische Fakultät hatten größere Bedeutung und die Arbeit der unscheinbaren neuen Abteilung an Bord wurde zuerst völlig übersehen. Dies ändert sich im Laufe der Reise jedoch dramatisch. Nach und nach gelingt es ihm und seiner Abteilung zu beweisen, dass die Lösungsansätze der Nexialisten für den Umgang mit den Gefahren des Weltraums die erfolgreichsten sind, ja für die menschliche Kolonie und ihr Raumschiff lebensrettend. Am Ende des Romans übernimmt er sogar gewaltsam das Raumschiff, um die letzte und tödlichste aller Gefahren zu besiegen. Sieht man von der Tatsache ab, dass er schließlich mit diktatorischen Verhalten vorgeht, so bleibt festzuhalten, dass es ihm - im Roman - gelingt auch die geheimnisvollsten Gefahren und Mächte auszuschalten, weil ihm durch die Anwendung nexialer Methoden und Techniken der Erfolg gewiss ist. 
Hier drängen sich rasch zwei Fragen auf. Warum sollen ausgerechnet nexiale Methoden das Überleben besser sichern als bekannte Verhaltensweisen, woher bezog dieser Nexialist seine neuartigen Fähigkeiten und sein überlegenes Wissen, was verbirgt sich letztlich hinter dem Wörtchen "nexial" ? In den Weltraumabenteuern der Space Beagle werden die typischen Fähigkeiten von Nexialisten so beschrieben:

  • Nexialisten führen ganzheitliche (= nexialistische) Situationsanalysen durch, d.h. sie beschränken sich nicht auf ausschnittartige Untersuchungen, wie dies in den einzelnen Fachwissenschaften geschieht (etwa nur chemisch oder soziologisch oder medizinisch ...).
     

  • Nexialisten arbeiten mit interdisziplinären Methoden. 
     

  • Die geschickte Anwendung wissenschaftlichen und technischen Knowhows basiert im SF-Roman grundlegend auf neuen Techniken der Informationsbeschaffung und -verarbeitung. 
    Durch die Kopplung mit Computern und damit verbundenen Lernmethoden, sowie
    deren Anwendung, garantieren sie dort den Überlebenserfolg (der Roman erschien 1950!).
     

    Der Einsatz von Manipulationstechniken, wie sie die Psychologie der 40ziger Jahre neu anbot, spielte für A.E. van Vogts Nexialisten eine wichtige Rolle. 
    1940 - 1950 wirkten die Erkenntnisse der Behavioristen tief in die SF-Literatur hinein; sie erweckten auch Scientology zum Leben. A.E. van Vogt war sogar für einige Zeit von R.L.Hubbard fasziniert, den er persönlich kannte. Gegen 1960 wendete er sich dann völlig von Hubbards Ideen ab.
     

Möchte man den Begriff "nexial" vom  Geruch der Science Fiktion  befreien, lohnt es sich ihn  auf seinen sprachlichen Hintergrund abzuklopfen. Dabei stoßen wir auf das aus dem englischen stammende Wort "next", was ja nichts weiter bedeutet als "das Nächste". So wäre es allerdings zu kurz gedacht, wenn wir daraus ableiten wollten, dass Nexialisten einfach die Nächsten sind, Nexialistik die kommende Wissenschaft, oder Nexialismus gar die Ideologie der Zukunft sein wird. Rein sprachlich bildet nexial den Gegenpol zu genial. Während Genialität uns suggerieren will, dass Erfolg aus der Vergangenheit - der Erbmasse - kommt, scheint Nexialität den Erfolg aus der Zukunft zu versprechen. Wir würden A.E. van Vogt aber unrecht tun, wenn wir nexial als bloße Gegenthese zu genial betrachten wollten. Neben dem Wissen aus der Zukunft bedeutet nexial ebenfalls fachübergreifend und ganzheitlich. Damit schließt also Nexialität sowohl Zukunftsforschung wie Geschichtswissenschaft gleichermaßen ein. Psychologisches Wissen und Techniken erhalten hierdurch jedoch nur noch den gleichen Wert wie andere Techniken und Erkenntnisse auch. Gefühl und Ratio spielt sich damit auf ein und derselben Ebene ab. Diese Punkte geben uns nun eine völlig neue Chance und zugleich einen  methodischen Schlüssel, um mit der Welt neu umzugehen.

Wenn eine Theorie durch aktuelle Ereignisse oder Erkenntnisse ins Wanken kommt, ist es an der Zeit eine neue bessere Theorie zu konstruieren. Viele Theorien und Modelle über die Welt und ihre Teile sind seit Anbeginn der Menschheit erstellt und schließlich als fehlerhaft zu den Akten gelegt worden. Nichts verdeutlicht dies mehr als die bewegte Geschichte über die Rolle von Sonne und Erde im Weltall. Dennoch waren die Besitzer der richtigeren Theorie, nicht zwangsläufig auch diejenigen, die die Macht besaßen oder wenigstens das Recht hatten, aus den sich ergebenden Konsequenzen heraus nach der neuen Theorie handeln zu dürfen. So wurden die Atomisten Leukipp und Demokrit schon vor 2500 Jahren von den alten Griechen als Atheisten verschrieen und Galileo musste die neue Wahrheit offiziell zur Lüge erklären, um seinen Kopf zu retten. Auch wenn neue Theorien sich rasch wie ein Flächenbrand weltweit ausbreiten, die Diktatur der alten Anschauung wächst wie Gras nach, bis massive oder sehr spezifische Veränderungen dem alten System endlich die Arbeitsgrundlage entzogen haben. So ist es inzwischen eine Binsenweisheit, dass in der Regel alte Theorien erst dann zu den Akten gelegt werden, wenn auch die Streiter für diese Theorie gestorben sind. Dabei wird gerne übersehen, dass zumindest heute neue Weltmodelle den alten Vorstellungen nicht grundsätzlich konträr gegenüber stehen, sondern sie die alten Modelle meist in irgendeiner Weise verinnerlicht und darüber hinaus erweitert oder ergänzt haben. Im Zeitalter der totalen Kommunikation hat sich die Anzahl der Teiltheorien explosiv vervielfacht und wir stehen heute vor dem Problem, wegen dieser vielen Subtheorien, die Notwendigkeit der Gesamttheorie - die Theorie des Ganzen - nicht mehr zu erkennen, geschweige denn wirklich zu entwickeln. Sechs oder noch mehr Milliarden Menschen haben zur Folge, dass eine Theorie über die Psyche der Micky Maus, den Pokémons, von Al Bundy oder Darth Vader für mehr Menschen diskussionswürdig sein kann als das Modell von der großen Vereinheitlichung in der Physik. Kurzum, unsere einerseits theorielose, andererseits theorieüberladene Zeit fordert eine neue umfassende funktionalistische, jedoch fehlertolerante Theorie, salopp gesagt Utopie (zwischen Utopie und Theorie besteht ein direkter Zusammenhang) zu entwickeln, hier darzustellen, und daraus folgend Handlungskonzepte - praktische und pragmatische Visionen - zu entwerfen und deren Konsequenzen abzuschätzen.

Der Stein der Weisen, den großen Wurf, die Weltformel, totale Kontrolle, die Entdeckung des Paradieses, die magische Flamme, Love Peace and Happiness, the absolute feeling, Karma, Erleuchtung, one with the universe, die Macht über Leben und Tod, Göttliches oder satanische Lust, T.O.E. - all dieses Sehnen ist Ausdruck einer Suche nach der Lösung sämtlicher Probleme und Konflikte zugleich. Die universelle Lösung aller Schwierigkeiten könnte jedoch nur durch die Rückkehr in ein Stadium des Unbewussten erreicht werden und dies bedeutete dann konsequenterweise Selbstmord. In der Regel begehen Menschen Selbstmord aber nur aus Verzweiflung, aus der Annahme heraus, dass jedes weitere Handeln sinn- und hoffnungslos ist. Weil die Probleme nicht mehr lösbar erscheinen, tötet man sich. Bisher ist Selbstmord jedoch die Ausnahme des menschlichen Handelns - wenngleich es tatsächlich spektakuläre Selbstmordriten gab und gibt, die nahe legen, dass Suizide vielleicht ein letzter Versuch darstellen das totale Glück noch zu greifen. Trotz der grassierenden Unzufriedenheit im menschlichen Denken und Handeln, ist der Wille der Menschen groß, weiterleben zu wollen. Es ist die Sucht nach dem Leben, die Sekunde für Sekunde auf unserem blauen Planeten Embryonen dazu treibt, das Licht der Welt zu erhaschen.

In der Drogentherapie gibt es ein ausgezeichnetes Modell, das die Entstehung von Sucht erklärt. Ich nenne es hier "das Sunshine-Modell". Motor jeder Sucht ist die Spannung, die zwischen dem Wunsch nach Glück - dem Problem - und der Erfüllung des Wunsches, der Befriedigung bzw. Problemlösung steht. Alles Leben ist Problemlösen, sagt schon Karl R. Popper und auch Meister Propper setzt mit seiner Werbung an diesem Wunsch der Menschen an. So erklärt dieses Modell die Sucht durch den fehlgeschlagenen Versuch einer anhaltenden Bedürfnisbefriedigung. Zwar ist es möglich sich in einen Zustand der Befriedigung zu versetzen, "den Sonnenschein zu finden", aber um die "Regenwolken" zu vertreiben bedarf es der Arbeit - ohne Fleiß kein Preis. Wir alle wissen, dass Essen Sattheit  ermöglicht, Geschlechtsverkehr zu einem Orgasmus führen kann, Sport einen Bewegungsrausch lostritt usw., doch diese "Sunshine-Zustände lassen sich nicht konservieren, der Rausch des Glücks ist bald vorbei, er weicht der Mattigkeit, Muskelkater bleibt und der Hunger nach Glück stellt sich erneut ein. Der Preis dafür ist so groß wie der Unterschied zwischen Glück und Unglück - zwischen Sonnenschein und Wolkenbruch.



Abb. 2.1:
Glücksschwingungen nach dem Sunshine-Modell (idealisiert)




Abb. 2.2:
Glücksschwingungen nach dem Sunshine-Modell
(reale Möglichkeit, auch Börsenkursmodell genannt)

Dennoch, oft gelingt es trotz harter Arbeit nicht den Glückszustand zu erreichen. Hier verspricht die Droge nun mit wenig Aufwand das schnelle Glück. Und tatsächlich - sie hält ihr Versprechen, doch leider scheint die Sonne  nicht ewig, auf Sonne folgt Regen. Hier setzt nun der fatale Mechanismus der Droge ein, d.h. der Preis für die Sonne wird immer größer. Mit immer mehr Stoff wird immer weniger Glück erreicht. Das Gewicht der Droge lässt das Pendel immer schneller zurückschlagen. Der Süchtige kommt zur Therapie oder es kommt zum Crash.


 Die Droge führt zunächst genauso zum Glückszustand wie andere »erfolgreiche Verhaltensweisen« - häufig allerdings mit einer kleinen Frustphase als Vorlauf (Nikotin abhängig kann man schließlich nur werden, wenn man die Lunge dazu zwingt sich dem unangenehmen Reiz der Rauchpartikel auszusetzen)
‚
Ebenso wie bei normalen Glückzuständen erlahmt auch die glücksbringende Wirkung der Droge - es geht bergab. Um den Glückszustand erneut zu erreichen, bedarf abermals der Droge.
ƒ
Jedoch schon bald erreicht man mit der gleichen Menge Droge nicht mehr den alten Glückszustand, die Grundwirkung lässt nach. Nur der Umstieg auf eine stärkere Droge bringt einen neuen Schub zum Glück.
„
Langfristig gesehen wirken alle körperliche Drogen gleich. Trotz immer mehr und häufigerer Einnahme der Droge wird immer weniger Glück erreicht, dafür werden die Frustphasen immer intensiver. Noch stärkere Drogen und größere Mengen sind von Nöten.
…
Wenn es nicht gelingt diesen Automatismus zu unterbrechen, dann wird selbst die Überdosis kein wirkliches Glück mehr bringen, es sei denn man bezeichnet den Tod als Glück.

Abb 2.3: Auswirkungen von süchtig machenden Drogen auf 
die Glücksschwingungen eines Menschen (idealisiert)

Erfreulicherweise haben viele Menschen gelernt die Befriedigung von Bedürfnissen zu unterdrücken, in manchen Fällen zwar nur um den Preis einer neuen "pervertierten" Sucht - der Sucht nach Lustunterdrückung - manche Mörder könnten vermutlich ein Lied davon singen. Eigentlich warten wir nur darauf, dass nach jeder Befriedigung, jeder Problemlösung früher oder später ein neues Problem auftaucht, das uns eine Chance zu seiner Bewältigung gibt. Es scheint als ob die Entwicklung des Lebens geradezu darauf ausgerichtet ist im kosmischen Acker Hindernisse aufzuspüren, um sie zu überwinden. Der Sinn des kosmischen Seins ist daher nur aus der Dynamik des Universum zu beziehen und der Sinn des irdischen Lebens ist deshalb physischer wie psychischer Natur (real & irreal). Die Spannung, die zwischen Energie und Materie besteht, ist das eigentlich nicht Begreifbare.

Das grundlegende Problem Unbegreifliches begreiflich zu machen, erfordert Kreativität, neue und erweiterte Methoden der Erfassung von komplexen Situationen, ebenso differenzierte und  zutiefst plastische Darstellungsformen, die es ermöglichen auch nicht sichtbare Effekte des Raum-Zeit-Kontinuums anschaulich zu machen. Es bedarf eines Knowhows, das z.B. die "drei Seiten" einer Münze ebenso einseitig eindimensional wie in seiner komplexen multidimensionalen Wirklichkeit beschreibbar und erlebbar macht. So mag eingewendet werden, dass eine reduktionistische, logisch fortschreitende Denkweise nie die ganze, absolute Wahrheit begreifen kann. Dennoch: Auch ein umfassendes ganzheitliches - eben nexialistisches - Modell des Universums, das über den blanken Funktionalismus desselben auch seine tranzendierende Möglichkeiten einbezieht, bedarf zunächst einmal der Anwendung weniger geradezu primitiver Prinzipien, die uns zeigen wie die Gesamtheit beschaffen sein könnte. So sind die Bausteine des materiellen und des immateriellen (geistigen) Kosmos letztlich von verblüffend einfacher Struktur und Qualität. Eine dieser verblüffend einfachen Methoden, wenn nicht die einzige, ist in der Dialektik des Philosophen Hegel - bei Karl Marx hatte sie bereits politischen Niederschlag gefunden - genauso enthalten wie in der modernen naturwissenschaftlichen Forschungsweise. Um das nexiale Denk- und Arbeitsprinzip zu begreifen, muss man sowohl die Dialektik als auch das naturwissenschaftliche Forschungsprinzip verstanden haben. Beiden Prinzipien wohnt eine Zweiteilung inne, die in der Naturwissenschaft methodischer Natur ist, während sie in der Dialektik mehr qualitativer Machart ist. In der Dialektik wird eine Behauptung (These) als Arbeitshypothese erstellt und durch eine Gegenthese in Frage gestellt. Daraus folgt die Synthese, die als neue These (Arbeitshypothese) mit einer entsprechenden Gegenthese konfrontiert wird. Bei näherer Betrachtung ergibt sich ein Spiel ohne Anfang und Ende.

 

Abb. 2.4:
 Supersynthese

Zwar scheint in der Dialektik alles auf eine endgültige Wahrheit - eine 'Supersynthese' hinzusteuern, aber diese Annahme ist so zunächst nicht zu verifizieren. Betrachten wir die naturwissenschaftliche Forschungsmethode, so entpuppt sich hier ebenfalls eine Zweiteilung. Was für die Dialektik These und Gegenthese ist, ist für die Naturwissenschaft Analyse und Synthese. Während uns die Analysen in das Reich des Mikrokosmos führten und uns die Bausteine der Natur lieferten, brachten uns die Synthesen die Wasserstoffbombe, Mikrochips, gentechnisch manipulierte Bakterien, Weltraumraketen und Roboter. Dennoch schließen sich die naturwissenschaftliche Arbeitsweise und das geisteswissenschaftliche Denken nicht aus. These und Antithese, Synthese und Analyse sind also wie up und down (oben/ unten) right und left (links/ rechts), die sich in festen, relativ unscharfen Beziehungen der realen und imaginären Welt darstellen.

Abb. 2.5: Orientierungsgeflecht

Man könnte dieses Geflecht noch um eine dritte (in/out) und eine vierte Dimension erweitern, aber auch beim vereinfachten Modell wird klar, dass die Menschen sich im (relativen) Mittelpunkt eines dynamischen Systems befinden und mit diesem in die Richtung driften, die am stärksten zieht. Wer also allwissend werden will, muss nicht nur die Ausdehnung und die Topographie eines Sachverhalts kennen, sondern auch über die Verbindungen Kenntnisse haben, die zwischen ihnen stehen. Es genügt beispielsweise nicht, zu wissen was Energie und Materie ist. Erst der entscheidende dritte Faktor ermöglichte Einstein die Gleichung über die Beziehung von Materie und Energie aufzustellen.

E = mc²
Energie (Kraft) = Masse (Materie) · Lichtgeschwindigkeit²

Zu verstehen, weshalb ausgerechnet das Quadrat der Lichtgeschwindigkeit der Faktor ist, der die Verbindung zwischen Energie  und Materie herstellt, wird eines der schwierigen Unterfangen sein das Menschen überwinden müssen, um in eine höhere Stufe der Betrachtungsweise des Universums zu gelangen. Versuchen wir dem unanschaulichen Symbol c² etwas ab zu gewinnen, obwohl nach heutigen Vorstellungen der Physik eine Geschwindigkeit, die größer als die 300 000 km/s der Lichtgeschwindigkeit ist, in unserem Weltall immer noch schlicht unmöglich erscheint. c² = 90 000 000 000  bedeutet, dass wir eine Zahl vor uns haben, die um das 300 000fache größer ist als die größte bekannte Geschwindigkeit. Würden wir Objekte auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigen, so wären sie befähigt die Erde 7mal pro Sekunde zu umrunden. Hingegen steigt die Anzahl der  Umrundungen  vor unseren staunenden Augen beim Quadrat der Lichtgeschwindigkeit auf sagenhafte 2,1 Millionen pro Sekunde. Die Erde hätte von dieser Sekunde an mindestens einen steinharten Metallring als Gürtel um sich, wenn wir nicht gar bei entsprechenden Bewegungen des Fluggerätes das Gefühl bekämen unser Weltall für eine Blechdose zu halten. Doch zurück zum Verhältnis von Naturwissenschaft und Dialektik.

Schauen wir genauer auf die philosophisch - geisteswissenschaftliche Betrachtungsweise der Welt, so können wir sehen, dass erstaunliche Ähnlichkeiten und Parallelen zur naturwissenschaftlichen Anschauung der Welt bestehen, wenn auch diesmal aus scheinbar mehr irrationalen Gründen. Vielleicht werden einige Philosophen protestieren, wenn ich sofort in verkürzter Form auf den  Teilaspekt Religion und hier auf die Vorstellung von der Dreieinigkeit komme, gibt es doch schließlich viele andere mindestens genauso bedeutende "Lebenselixiere", wie etwa Ying und Yang. Jedoch ist die Dreieinigkeit eine bekannte Gottesvorstellung und sie lässt sich analog zu Einsteins Formel auflösen. Setzen wir mal Gottvater (nb. warum eigentlich nicht Gottmutter ?) gleich mit der Energie, die hinter dem 'Ganzen' steht, dann werden Figuren wie Jesus oder Mohammed zu materiellen Varianten der Angelegenheit und der Heilige Geist oder das Wort (moderne Biologen wie Lyall Watson würden vermutlich die Meme - oder so - sagen) übernimmt die gleiche Rolle wie die Lichtgeschwindigkeit. Manch einer meiner LeserInnen mag nun bestürzt sein mit welch scheinbarer Dreistigkeit ich Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft in einen Topf werfe und umrühre. Aber es führt kein Weg daran vorbei: Natur- und Geisteswissenschaft existieren nun einmal auf dem gleichem Nährboden, dem was wir Bewusstsein nennen. Das Bewusstsein muss also nur die bereits vorhandenen Fakten erfassen und dabei lediglich vermeiden die Realitäten durch seine bloße Anwesenheit vorweg so zu verändern, dass eine Beobachtung dieser Realitäten unmöglich wird. Das Erwachen des menschlichen Bewusstseins hat aber schon subjektiv neue Fakten geschaffen, die zur Spaltung der Realität führten und uns mit der Zerlegung in emotionale und rationale Welt auch die Teilung des Bewusstseins und erschwerte Beobachtungsbedingungen beschert haben - schließlich müssen wir uns -  als Teil der Natur - von nun an zugleich selbst beobachten, was kein leichtes Unterfangen ist. Daher resultiert auch die Erkenntnis, dass rationales, logisches Denken und metaphysisches okkultes, "irrationales" Denken bzw. Betrachten der Welt nicht nur die gemeinsame Wurzel Bewusstsein hat, sondern auch nur ein gradueller Unterschied zwischen rational und irrational besteht - eben kein qualitativer !

+ irrational     rational ± lanoitar     lanoitarri -

<-------------------------0------------------------->

- lanoitarri     lanoitar rational     irrational +

Abb. 2.6: Zum Verhältnis von Rationalität und Irrationalität


Abbildung 2.6 stellt ein mögliches Verhältnis von Rationalität und Irrationalität dar. Es existieren jedoch noch mindestens ein halbes Dutzend anderer Anordnungen, die mit gleicher Logik "rational" bzw. "irrational" erscheinen. Rationales, logisches Denken - das vermeintlich Normale - ist somit nur eine besondere richtungsweisende Form der Irrationalität. Wer aber beim Autofahren nicht auf die Ränder der Straße achtet, also nicht den sogenannten Autofahrerblick benutzt, neigt zu Fehlern und wird bei Abbiegevorgängen schon auch einmal einen Streckenposten oder sogar einen Radfahrer übersehen. Wirklich 'rational qualitatives' Denken ist daher mehr als logisch rationales Denken. Die 'neue' Rationalität ist die Synthese des rationalen wie irrationalen Denkens. So stört es Mathematiker auch nicht, dass zwischen den glatten Zahlen 3 und 4 die völlig irrationale Zahl PI 3.141... steht ( Abb.2.7). Würde jemand PI zum Nullpunkt seines (mathematischen) Universums machen, dann wären eben plötzlich die Zahlen 3 und 4 völlig irrationale Zahlen! Wie relativ doch alles ist - es kommt nur auf das System und seine Koordinaten an. Aus den bisherigen Ausführungen ergeben sich zwei Folgen technisch-methodischer Art:

  • Begriffe  können trotz sprachlicher Gleichheit verschieden sein. Wer demnach echte, 
    wirkliche Kommunikation will, muss eindeutige Begriffsklärungen anstreben. 

  • Analogien - nur vergleichende - nicht bewertende - sind der Schlüssel, um Zugang zu gänzlich verschiedenen Phänomenen, Problemen und Welten zu erhalten.

Möglicherweise stellt sich heraus, dass unser Universum nur aus einer Ansammlung von spiegelbildartigen bzw. fraktalen Subsystemen besteht, und beim genauen Hinschauen, werden wir feststellen, dass ein Spiegelbild zwar in seiner Ausführung (gestreckt, gedehnt, vergrößert, verkleinert, gestaucht, verzerrt....) sehr variabel sein kann, aber jeder Punkt der Abbildung über eine Entsprechung auf dem Original verfügt. Alles wird von der Vorlage auf das Spiegelbild übertragen. Ergo gibt es für jeden Punkt der Wirklichkeit einen analogen Punkt auf dem Spiegelbild. Dies ist eine jederzeit überprüfbare Tatsache. Sollten wir aber zu einem beliebigen Zeitpunkt Störungen (echte Abbildungspunktdefekte oder Abbildungspunktüberschüsse) im System 'Original - Abbildung' entdecken, dann hat dies erhebliche Folgen für Vorstellungen vom Kosmos, die darauf basieren, dass gewisse Symmetrien das All regieren. Besteht die Welt aus völlig abbildungsgleichen Dingen, dann wird diese Welt eine statische, insgesamt in sich geschlossene undynamische (trivial: ordentliche) Welt sein (Theorie des Steady Universe). Störungen im Weltsystem jedoch erzwingen ein dynamisches Universum und es ist kein Zufall, dass seit Hubble viele Pluspunkte für das chaotisch expandierende Weltall gesammelt wurden. Beweise ??? Sie 'gibt' es zur Genüge. Das merkwürdige Aussterben der Antimaterie, die Störungen im Mikrokosmos (von Klitzing-Effekt), die Entwicklung von Beziehungen und auch so banale Dinge wie Fehler beim Kopieren von Disketten. Also wird unser Weltall so wie die Mehrzahl der PhysikerInnen es vorhersagt, zwar in sehr weit entfernter Zukunft, aber dann eben doch, den Tod erleiden - oder auch nicht, denn Ungereimtheiten bei der Hubblekonstante - manche Sterne müssten danach wohl älter sein als unser Universum lassen neue Denkvarianten bei der Steady State Theorie zu (1995).

Nexialistisch denken bedeutet, gemäß meinem zuvor gegebenen Postulat umfassend zu denken, also konsequent analytisch - synthesisch und thesisch - antithesisch, die Pfade der Hypothesen bis zu ihren Totpunkten oder in die Unendlichkeit zu verfolgen. Dabei zeigt sich, dass in unserem Universum die Störung (fehlerhafte Kopie) genauso wenig der Normalzustand ist wie immerwährende störungsfreie Wiedergabe (exakte Kopie). Wenn wir also die Störung als kosmisches Phänomen erkennen, dann sollten wir auch die Möglichkeit der Gegenstörung akzeptieren und die Störung der Gegenstörung usw. Daraus resultiert aber, dass unsere Physiker mit dem Tod des Universums unrecht haben müssen, selbst im physikalischen Sinne wird  bestens falls ein lebendiges totes Universum dabei herauskommen - denn Tod und Leben hat beobachtbar immer Parallelität, was bisher natürlich nur für die Ist-Zeit beweisbar ist. 

Und so lässt sich dem Prinzip der Störung folgend zeigen, dass, da es eben ein Prinzip ist, auch im Moment des universellen Todes, dieses Prinzip zur Entstehung eines neuen Universums führen wird. Noch mehr: Unser Universum wird so zum pulsierenden, swingenden Gebilde, das darüber hinaus ein Subsystem eines größeren (Sub-)Universums usw. sein kann..... Was für die zeitliche Dimension des Universums gilt, muss aber auch für alle anderen feststellbaren räumlichen oder imaginären Dimensionen gelten. 
Kommen wir jetzt zu den zentralen Thesen eines nexialen (ganzheitlichen !) Weltmodells: 

  • Wir befinden uns in einem n-dimensionalen zeitlich und räumlich unbegrenzt endlichen Universum, mit dynamischen Subsystemen, das in seiner gesamten Struktur und Komplexität eine statische Gleichgewichtigkeit erhält. Der Faktor n darf endlich und/oder unendlich sein. 

  • Lebewesen oder Bewusstseinsstrukturen können nur in den Dimensionsstufen des Universums real existieren, mit denen sie deckungsgleich sind. Auf imaginären bzw. virtuellen Ebenen sind Auskristallisationen bzw. Schatteneffekte dieser Lebensformen möglich. 

  • Obwohl es im Universum scheinbar deutlich erkennbare Ausdifferenzierungen gibt, ist das Universum nicht von echten Gegensätzen bestimmt, es ist lediglich hochkomplex.

  • Es ist kontinuierlich. Die 'Bausteine des Universums' sind absolut homogen und nur deshalb lassen sich 'kosmische Qualitäten' auf quantitative Erscheinungen reduzieren. (zugleich Erklärungsansatz für die mögliche Erzeugung von "Künstlicher Intelligenz") 

  • Geburt und Tod sind wie Big Bang oder hypersupermassive schwarze Löcher lediglich Krümmungskanten bestimmter Dimensionen. Grenzwertsituationen sind durchaus typisch für Leben im Universum.

  • Das Universum ist strukturell polyvers, also ein "Polyversum" bzw. ein "Universelles Polyversum". Die Schwammigkeit des Systems führt zu definitorischen Grenzen. Wobei nicht übersehen werden darf, dass das Durchstoßen kosmischer Pipes (Pipe = Röhre/ hier: Grenzwerte bzw. Grenzen) zwar eine fantastisch genauere und bessere Beschreibung der Welt ermöglicht, aber im gleichen Maße Kommunikations- bzw. Verständnisprobleme schafft. Denn ein 1000dimensionales Wesen oder eine entsprechend dimensionale Struktur lässt sich im lokalen Feld einer 4-dimensionalen Region nur 0,1,2,3 oder 4-dimensional erfassen bzw. kann sich nicht in ihrer eigentlichen Komplexität darstellen.

  • Es gibt Zonen der Beschreibung in der genau so viele richtige Beobachtungen schließlich genau so viele falsche Beobachtungen mit sich bringen (Grauzoneneffekt)  und die Entscheidung in welcher Dimensionszone die reale Existenz (und Beobachtung) stattfindet, verlangt wird.

  • Alles ist in Allem enthalten bzw. abgebildet (Fraktalitätsprinzip) Dies muss keine symmetrische Abbildung im klassischen Sinne sein! 

  • Trotz der Zunahme von Entropie, dem völligen Auseinanderstreben der Dinge, ist eine Supersynthese sehr wahrscheinlich, wie sie durch die Vereinigung von Kunst, Wissenschaft, Gesellschaft und Natur ermöglicht werden könnte. Gegenläufigkeit ist etwas völlig normales im Kosmos, selbst das Licht, dessen Geschwindigkeit eine physikalische Doktrin darstellt ist dualistisch gespalten in Teilchen und Welle und scheint diesen Widerspruch in sich problemlos auszuhalten.  

  • Die Gravitation schließlich ist der stabilisierende Faktor des kosmischen Systems, der die  Gleichgewichte zwischen den einzelnen Subsystemen des gesamten Universums reguliert. 

So darf sich auch als praktische Konsequenz eines nexialen Weltmodells die Frage nach "Nexial-ISMUS" oder "Nexial-ISTIK" nicht mehr stellen. Erfreuliche Folge hiervon ist, dass Glaubenskriege wie Kapitalismus-Kommunismus, Schwarz gegen Weiß, Nord und Süd, Christen-Nichtchristen nun wirklich überflüssig werden und bestenfalls von spielerischem Interesse sein könnten. 
Bedauerlichweise gibt A.E. van Vogt in der Weltraumexpedition der Space Beagle (Original: Voyage of  the Space Beagle)  kaum brauchbare Hilfestellungen wie ein nexiales Weltmodell konkret aussehen könnte. Grund dafür ist die Tatsache, dass die ganze Expedition aus vier SF-Kurzgeschichten entstanden ist, in die er, um einen kompletten Roman zu synthetisieren, den Nexialisten Grosvenor einfach hineingeschrieben hat. 
Mit seiner Bemerkung "Nexialismus = angewandte Ganzheitslehre" ist es praktisch auch schon geschehen, alles was er zeigt sind die Folgen für das Handeln seines Nexialisten. Dieser rettet die komplette Milchstraße inklusive Mutter Erde dadurch, dass er die richtigen Dinge tut und die Welt vor dem nebulösen Wesen Anabis (es besteht aus Sternenstaub!) schützt, das bereits eine ganze Galaxie gefressen hat und nur darauf wartet, dass die lieben unwissenden Menschlein ihm den Weg zu ihrer eigenen Galaxie zeigen, damit es uns auch fressen kann. Wie die nexiale Gedankenwelt strukturiert ist, damit ein Nexialist zu solch erfolgreichen Handlungen fähig ist, lässt A.E. van Vogt nur erahnen. Bei meiner ersten Beschreibung eines nexiales Weltmodells ging es deshalb eigentlich nur darum den Hohlraum zwischen der "realen Existenz" eines Nexialisten an Bord der Space Beagle und seinem "nexialen Handeln" zu füllen. Der Einsatz von  Psychotechniken zur Manipulation der Raumschiff-Crew kann hierbei übrigens aus dem historischen Kontext erklärt werden. Die Einzelteile des Roman entstanden über einen Zeitraum von 11 Jahren, beginnend im Jahre 1939 und stehen wohl auch unter dem Eindruck des zweiten Weltkrieges und Nazideutschlands. Diktatorisches Verhalten versprach immer wieder Erfolg und A.E. van Vogts Fiktionen veranlassten den erfolglosen SF-Kollegen Ron L. Hubbard zu seiner pseudopsychowissenschaftlichen "Scientology-Religion". Hubbards Buch "die Dianetik" lernte A.E. van Vogt just 1950 kennen und er war für geraume Zeit von seinen Ideen bzw. von den 'Hubbardschen Engrammen' sehr fasziniert bis er sich schließlich abwandte. Jahrzehnte verstrichen und es scheint so als ob der Bergriff  "nexial" durch einen langen Tunnel gegangen ist und mit dem Beginn des Jahres 2001 in bunter Vielfalt aus dem Internet wieder ans Licht zurückkehrt.

Es ist gut möglich, dass, besonders wenn man mit diesen theoretischen Ansätzen zum erstenmal bekannt gemacht wird, sie beim Lesen die nexiale Theorie für eine Nonsens-Theorie hält, weil sie trotz präziser Zugriffe immer quasi völlig unverbindlich bleibt. Klar, alle Theorien sind irgendwie Nonsens, weil sie es nicht schaffen mit der Wirklichkeit total überein zu stimmen, das kann eben nur das Original, also die Wirklichkeit selbst. Wobei eine völlig reale Simulation der Realität selbst zur Realität würde. Dennoch wird man nicht umhin kommen, Theorien daran zu messen was sie leisten. Meine ganzheitliche (nexiale) Theorie ist keineswegs neutralistisch, auch wenn sie bei ungenauem Betrachten diesen Eindruck erwecken mag. Sie ist kein Gemenge aus thesischen, antithesischen oder analytischen und synthesischen Positionen, sondern eine 'synthesische Theorie' und damit eine Theorie mit einer bestimmbaren Bewegungsrichtung. Es bedarf also der Geduld. In den folgenden Kapiteln muss meine - sicherlich von vielen vor mir existierenden Lebewesen beeinflusste Theorie, klarstellen wie sie relevante kosmische Situationen sieht und beurteilt. Ob sie erfolgversprechende Lösungsansätze bieten kann, deren Bestätigung bzw. Verwerfung allerdings nachfolgenden Generationen vorbehalten sein werden, wird sich zeigen. Wer nexial (ganzheitlich) erfassen und denken will, wird gut daran tun sich mit nexialen Techniken - dazu gehören nicht wie bei Vogt oder gar Hubbard die Gehirnwäsche oder die Manipulation der menschlichen Psyche -  wie der  vergleichenden Analogik (neudeutsch: Fuzzy-Logik) und der systemtheoretischen (mehrdimensionalen) Strukturierung von Sachverhalten auseinander zu setzen. Um diese Auseinandersetzung effektiv zu gestalten, möchte ich die nexiale Denkweise in ihrer Komplexität noch einmal so kurz wie möglich auf den Punkt bringen.
Effektives (nexiales, ganzheitliches) Denken muss also in seiner dimensionalen Struktur immer kongruent zu den erfahrbaren, sinnlich erfassbaren Dimensionen des Kosmos sein. Daher müssen NexialistikerInnen in unserem Universum wenigstens 4-dimensional denken. Es kann sein, dass das Universum real 5-dimensional oder noch höher dimensional ist, da uns aber die entsprechenden Sensoren fehlen müssen wir uns verständlicherweise mit einer 4-dimensionalen Denkweise zufrieden geben - mehr geht im Moment eben nicht. 

Dimension Typus   Denken       Naturell
0  "idealer" Punkt Standpunkt Monopol
1  Gerade Dialektik Pol und Gegenpol
2  Fläche Wissenschaftsmethodik Analyse/Synthese
3 Raum (Tiefe) Analogiedenken Vergleichende Logiken
4 Zeit Systematik/ Systemtheorie Input-Outputsysteme
5 Gravitation Komplexitätstheorie Hypergleichgewichte
6 Temperatur ? ??? ???
.
.
.
n "Hyper-Weltall" Unendlich verknüpfte "Super-Schachtel",
bei der jede einzelne Schachtel 
in  jeder anderen Schachtel steckt, 
also  auch die größte Schachtel 
in der kleinsten etc.

Abb. 2.7: n - Dimensionen

Jede einzelne Ebene des Denkens wäre für sich alleine betrachtet irrational, das heißt also auch wer nur ausschließlich in der vierten oder gar der millionsten Dimension denkt, wird irrational denken, wenn er oder sie nicht die anderen Unterstrukturen in diesem Systemdenken als gleichberechtigte Ebenen akzeptiert. Demnach ist also auch streng logisches Denken irrational, weil es immer noch beschränktes 'Kanaldenken' ist.

Wer viel Zeit hat kann sich nun den Spaß erlauben, die folgenden Kapitel zuerst unter irrationalistischen Aspekten und dann unter rationalistischen Aspekten zu lesen.

        3.1415926535 8979323846 2643383279 5028841971 6939937510

5820974944 5923078164 0628620899 8628034825 3421170679
8214808651 3282306647 0938446095 5058223172 5359408128
4811174502 8410270193 8521105559 6446229489 5493038196
4428810975 6659334461 2847564823 3786783165 2712019091
4564856692 3460348610 4543266482 1339360726 0249141273
7245870066 0631558817 4881520920 9628292540 9171536436
7892590360 0113305305 4882046652 1384146951 9415116094
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4390451244 1365497627 8079771569 1435997700 1296160894
4169486855 5848406353 4220722258 2848864815 8456028506
0168427394 5226746767 8895252138 5225499546 6672782398
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2287489405 6010150330 8617928680 9208747609 1782493858
9009714909 6759852613 6554978189 3129784821 6829989487
2265880485 7564014270 4775551323 7964145152 3746234364
5428584447 9526586782 1051141354 7357395231 1342716610
2135969536 2314429524 8493718711 0145765403 5902799344
0374200731 0578539062 1983874478 0847848968 3321445713
8687519435 0643021845 3191048481 0053706146 8067491927
8191197939 9520614196 6342875444 0643745123 7181921799
9839101591 9561814675 1426912397 4894090718 6494231961
5679452080 9514655022 5231603881 9301420937 6213785595
6638937787 0830390697 9207734672 2182562599 6615014215
0306803844 7734549202 6054146659 2520149744 2850732518
6660021324 3408819071 0486331734 6496514539 0579626856
1005508106 6587969981 6357473638 4052571459 1028970641
4011097120 6280439039 7595156771 5770042033 7869936007
2305587631 7635942187 3125147120 5329281918 2618612586
7321579198 4148488291 6447060957 5270695722 0917567116
7229109816 9091528017 3506712748 5832228718 3520935396
5725121083 5791513698 8209144421 0067510334 6711031412
6711136990 8658516398 3150197016 5151168517 1437657618
3515565088 4909989859 9823873455 2833163550 7647918535
8932261854 8963213293 3089857064 2046752590 7091548141
6549859461 6371802709 8199430992 4488957571 2828905923
2332609729 9712084433 5732654893 8239119325 9746366730
5836041428 1388303203 8249037589 8524374417 0291327656
1809377344 4030707469 2112019130 2033038019 7621101100
4492932151 6084244485 9637669838 9522868478 3123552658
2131449576 8572624334 4189303968 6426243410 7732269780
2807318915 4411010446 8232527162 0105265227 2111660396
6655730925 4711055785 3763466820 6531098965 2691862056
4769312570 5863566201 8558100729 3606598764 8611791045
3348850346 1136576867 5324944166 8039626579 7877185560
8455296541 2665408530 6143444318 5867697514 5661406800
7002378776 5913440171 2749470420 5622305389 9456131407
1127000407 8547332699 3908145466 4645880797 2708266830
6343285878 5698305235 8089330657 5740679545 7163775254
2021149557 6158140025 0126228594 1302164715 5097925923
0990796547 3761255176 5675135751 7829666454 7791745011
2996148903 0463994713 2962107340 4375189573 5961458901
9389713111 7904297828 5647503203 1986915140 2870808599
0480109412 1472213179 4764777262 2414254854 5403321571
8530614228 8137585043 0633217518 2979866223 7172159160
7716692547 4873898665 4949450114 6540628433 6639379003
9769265672 1463853067 3609657120 9180763832 7166416274
8888007869 2560290228 4721040317 2118608204 1900042296
6171196377 9213375751 1495950156 6049631862 9472654736
4252308177 0367515906 7350235072 8354056704 0386743513
6222247715 8915049530 9844489333 0963408780 7693259939
7805419341 4473774418 4263129860 8099888687 4132600593

Abb. 2.7: Die ersten 5000 Stellen der "irrationalen" Zahl Pi(¶)   
ohne Gewähr; aus: Zerberus, Handbuch der Mathematik)

Könnten wir die "ideal" krumme Kreiszahl PI(¶) "ideal" gerade biegen, und zum Nullpunkt des Zahlenstrahls machen, dann würden alle umliegenden ehemals rationale Zahlen automatisch zu irrationalen Zahlen:



Abb 2.8: "Normale" und Neue Mathematik

Ö¯7 (Ö¯11 Ö¯14 Ö¯80...) bleibt sowohl in der "normalen" wie der ¶-Mathematik irrational. Daraus können wir ableiten, dass es unendlich viele logische (= rationale/parallele) Mathematiken gibt. Dass die Rationalität nur eine besondere Form der Irrationalität ist, denke ich, lässt sich an der Tatsache ablesen, dass Ö¯7 sowohl - in der normalen Mathematik - als auch - in der ¶-Mathematik - irrational bleibt.

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